Hearthstone Heroes: Priester

file110In der Welt von Warcraft ist der Priester ein gerne unterschätzter Gegner. Oft hat man vorschnell den Eindruck einem schwachen Heiler gegenüberzustehen, doch ebenso wie alle anderen Klassen in Hearthstone, hat auch der Priester exzellente Angriffszauber und mächtige Tricks, um sich Vorteile zu erkämpfen. Das Besondere an dem Priester ist seine Fähigkeit auch schwache Lebewesen zu echten Kampfmaschinen zu stärken, oder in die Köpfe von gegnerischen Kämpfern einzudringen und diese gegen ihren Willen zu steuern.

Die wörtliche Übersetzung von Priest zu Priester kann man leicht missverstehen. Die Priester der Warcraft Welt sind nicht genau das, was man im Deutschen als Pfarrer oder Priester bezeichnen würde. Die entferntere Übersetzung zu „Geistlicher“ trifft es da schon eher. Der Priester in Hearthstone zeichnet sich nicht nur durch seine Heilzauber und Buffs aus. Viel mehr liegen in den dunklen Aspekten der Priestermagie die Stärken dieser Klasse. Die interessanteste Fähigkeit des Priesters in World of Warcraft war sicherlich die Schattengestalt. In dieser wurde Bonusschaden durch schwarze Magie ausgeteilt, während Heilzauber nicht möglich waren. In Hearthstone wurde an alles gedacht, um dem Priester seine hellen und dunklen Charakterzüge mit auf den Weg zu geben.

Die Heldenfähigkeit des Priesters ist die geringe Heilung. Für zwei Manakristalle ist es dem Spieler möglich einen beliebigen Charakter auf dem Spielfeld ein mal pro Runde um zwei Leben zu heilen. So kann man größere Kreaturen, Kreaturen die man mit einem Buff versehen hat, oder Kreaturen die mit der Zeit wachsen, gegen zwei oder sogar mehr Karten des Gegners abtauschen. Ebenso profitieren einige Karten, wie zum Beispiel der Northshire Cleric, von eigenen Heilzaubern. Das allgemeine Ziel des Priesters ist es Kartenvorteil zu erlangen, die grundlegende Ausrichtung des Priesters ist also die des langsameren Kontrolldecks. Die meisten Priesterkarten stützen dieses Ziel auf unterschiedliche Art und Weise.

Die legendäre Klassenkarte des Priesters ist Prophet Velen, welcher Heilung und Schaden der Heldenfähigkeit und der eigenen Zauber verdoppelt. Der 7/7 für sieben Manakristalle erhöht damit den Druck auf den Gegner durch aggressive Zaubersprüche und baut einen Kartenvorteil durch geschickte Heilung aus. Der Prophet sollte gut geschützt werden, wenn er das Board betreten hat, denn sein ständiger Einfluss ist innerhalb von wenigen Runden siegführend.

Die epische Karte Shadowform ändert die Heldenfähigkeit von zwei Punkten Heilung zu zwei Punkten Schaden ab. Eine zweite Shadowform Karte erhöht diesen Schaden auf drei. Diese Karte ist unheimlich mächtig, sollte aber auch wie Prophet Velen erst in den späteren Spielzügen gespielt werden. Shadowform kostet drei Mana und hat im ersten Moment keinen Einfluss auf das Spielfeld. Nutzt man die Heldenfähigkeit sofort für zwei weitere Mana hat man in der Runde quasi zwei Schaden für fünf Mana und eine Handkarte verteilt. Dieses Problem kann man in den späteren Runden weit besser verkraften, als in den frühen Momenten des Spiels.

Shadow Madness übernimmt einen gegnerischen Charakter mit Stärke drei oder niedriger für einen Zug. Daraufhin lässt man diesen in eine unangenehme Kreatur des Gegners rennen und nimmt jene am Besten noch gleich mit ins Kartengrab. Ziel dieser Karte ist es also jeder Zeit bestenfalls zwei Kreaturen des Gegners abzuschaffen, oder zumindest eine zu zerstören und eine andere zu schwächen.

Der Auchenei Soulpriest ist insbesondere in der Arena eine Karte erster Wahl. Der Effekt der 3/5 Kreatur für vier geht ein wenig über Shadowform hinaus, da man nun auch z.B. mit einem Earthen Ring Farseer fröhlich drei Schaden verteilen darf. Der Soulpriest ist auch ohne Fähigkeit eine solide Kreatur und hilft dabei Vorteile auf dem Spielfeld zu generieren. Aber auch wer im Constructed auf Shadowform zurückgreifen kann, wird hier vielleicht Gefallen finden.

Mass Dispel ist eine Karte die situationsbedingt gut ist. Oft passiert es, dass man Mass Dispel auf der Hand hat und kaum Mehrwert aus der Karte holen kann. Dafür zieht man nach dem Silence Effekt auf alle gegnerischen Minions aber auch eine Karte nach! Das kann unter Umständen ein riesen Blowout sein, denn Silence entfernt Divine Shield, Taunt, jegliche Deathrattle Effekte, Buffs wie Blessing of Kings oder Mark of the Wild und entschärft allgemein nahezu jede legendäre Karte.

Shadow Word: Death und Shadow Word: Pain sind das Removalpaket des Priesters. Problematisch ist, dass man keine Minions der Stärke vier erwischen kann, oder manchmal zwei Shadow Word: Pain auf der Hand hat und z.B. einem Fire Elemental wehrlos ausgeliefert ist. Spezielles Removal wie beim Priester kann ein Fluch oder ein Segen sein.

Der Lightspawn ist mit 5/5 für vier Mana eine extrem starke Kreatur. Der Nachteil, dass der Lightspawn nach Schaden auch im Angriff schrumpft, wird dadurch, dass es durch ein Power Word: Shield zu einem 7/7 anwächst, mehr als ausgewogen! Ebenso kann der Priester ja auch heilen.

Thoughtsteal ist das Gegenstück zu Arcane Intellect des Magiers. Im Grunde ist der Effekt ein wenig schlechter, da man hier zwar die Information bekommt, was der Gegner noch im Deck hat, allerdings könnten die Karten auch in keiner Synergie mit den Eigenen stehen. Trotzdem ist Thoughtsteal eine weitere solide Möglichkeit, um einen Kartenvorteil zu erschaffen.

Mind Control ist vielleicht die mächtigste Karte in ganz Hearthstone. Ebenso wie viele andere Priesterkarten kann sie situationsbedingt auch eher schwach sein. So ist Mind Control gegen mehrere kleine Kreaturen mit acht Mana sehr teuer. Kann man aber zum Beispiel die einzige Kreatur mit Taunt übernehmen, oder bekommt den 8/8 Bergriesen oder die legendäre Kreatur des Gegners in den Griff, so ist die Karte ein echter Gamebreaker. In nahezu jedem Fall gewinnt Mind Control zumindest für den Moment das Spielfeld.

Die Holy Nova ist der beste Spell mit Flächenschaden des Priesters. Selten kann man von der Heilung profitieren und oft ist die Holy Nova ein etwas schlechterer Blizzard. Falls man die Heilung jedoch z.B. mit einem Northshire Cleric sogar noch nutzen kann, ist Holy Nova mitunter der beste Flächenschaden im Spiel. Wie viele anderen Spells des Priesters: Situationsbedingt mittelmäßig oder extrem gut.

Der Temple Enforcer ist für sechs Mana eine solide 6/6 Kreatur, die durch ihren Battlecry Effekt andere wertvolle Kreaturen schützen kann. Insbesondere in der Arena eine extrem gute Karte, die man trotz der hohen Kosten auch in der Arena gerne mehrfach spielt!

Den Northshire Cleric hatten wir ja nun schon mehrfach erwähnt und es wurde klar, dass dieser kleine Mann eine echte Bombe sein kann. Aber auch in der ersten Runde hat er einen eher passiven Effekt der bereits spielentscheidend sein kann: Legt man den Cleric in der ersten Runde, so ist der Gegner gezwungen eine 3/x Kreatur zu legen, da man sonst einfach mit dem Cleric in die gegnerische Kreatur rennt, und diesen daraufhin für einen frühen Kartenvorteil heilt. Spielt der Gegner also mangels 3/x Kreatur in seinen ersten Runden nur seine Heldenfähigkeit, entwickelt er kein aggressives Spielfeld, was dem Priester Kontrolldeck in die Hände spielt.

Fazit: Der Priester ist eine extrem starke Klasse, die für jede Spielsituation die richtigen Karten hat. Die Schwierigkeit ist, in der richtigen Situation die richtigen Karten in der Hand zu haben. Das bedeutet, dass man sein Deck ausgewogen auf die aktuellen Gegner abstimmen muss. Ein Kontrolldeck muss einerseits regelmäßig Karten ziehen können, um in der Bibliothek nach den richtigen Antworten zu suchen, während es andererseits das Sielfeld unter Kontrolle hält. Der Priester hat mit Mind Control wahrscheinlich den besten Zauber im späten Spiel und versucht daher jeder Zeit das Spiel in die länge zu ziehen. Er ist sicherlich eine interessante Klasse und für Taktiker und Tüftler erste Wahl.